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Gauck vom Hindukusch gefallen



Deutschlands Staatsoberhaupt ist von einer Gratwanderung auf dem Noshak nicht zurückgekehrt. Mit 7.485 Metern ist der Noshak Afghanistans höchster Berg und der zweithöchste des Hindukusch. Bewohner eines Dorfes berichten, sie hätten einen sichtlich altersverwirrten Mann auf den Gipfel steigen sehen. Oben angekommen, soll "der Irre" immer wieder verzweifelt gerufen haben: "Warum wollt ihr den totalen Krieg nicht?", sagen Ohrenzeugen. Dann sei der Mann vom Berg gefallen.

Gauck hielt sich in Afghanistan auf, um seine Glücksucht therapieren zu lassen.

Der Bundespräsident steht bei allen Parteien außer der LINKEN in dem Ruf, ein geübter Gratwanderer zu sein. Von einem Fehltritt wollten die Vorsitzenden von CDU, FDP, SPD und Grünen deshalb nicht sprechen. Es sei schwer zu ertragen, dass es wieder einen Gefallenen gebe, erklärte die Bundeskanzlerin sichtlich bestürzt.

Der bekannte Extrembergsteiger Reinhard Mässner kritisierte hingegen, dass sich Laien, die vom Fallen nichts verstünden, immer wieder überschätzen würden. "Gauck hat sich offenbar am Aufstieg berauscht und ist höhenkrank geworden. Er hat die unangenehmen Seiten des Bergwanderns einfach verdrängt", kommentierte Mässner gegenüber dem Magazin SPINNER ONLINE trocken.

Im Gegensatz zu ihrem Staatsoberhaupt ist einer Mehrheit der Bundesbürger bewusst, wie gefährlich der Einsatz von Bergwanderern im Ausland ist. Laut einer aktuellen Umfrage fordern zwei Drittel der Befragten einen schnelleren Abzug des Deutschen Alpenvereins aus Afghanistan.

"Nichts bleibt, wie es ist": MARX IS' MUSS-Kongress

"Die Welt ist in Aufruhr. Nichts bleibt, wie es ist": Vom 7. bis 10. Juni 2012 findet in Berlin der MARX IS' MUSS-Kongress statt - organisiert vom marx21-Magazin.

Dort halte ich am 8. Juni (Freitag) das Referat zur Diskussionsveranstaltung "Green New Deal: Möglichkeiten und Grenzen des grünen Kapitalismus".

Hier das Mobilisierungsvideo zum Kongress - Like it? Share it!


Mehr im Internet:
Pickelhering hat heute am Ostermarsch in Berlin teilgenommen. Erstmals seit Jahrzehnten gingen heute bundesweit Friedens- und Anti-Atombewegung wieder gemeinsam auf die Straße. Denn Atombomben und Atomkraftwerke sind zwei Seiten derselben Medaille. Es gibt keine Trennung zwischen angeblich ziviler und der militärischen Nutzung der Kernkraft.



In Berlin (siehe Diashow) demonstrierten nach Angaben der Veranstalter 4000 Menschen. Die Demonstration startete vor der Zentrale des Energiekonzerns Vattenfall, der auch AKWs betreibt, zog an den Zentralen der Atomenergiekonzerne EnBW und Eon vorbei und endete am Potsdamer Platz. Der Protest richtete sich außerdem gegen den Kriegseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan und gegen die militärische Intervention des Westens in Libyen.

Da ich das Transparent von "Anti Atom Berlin" mitgetragen habe, konnte ich dieses Mal leider keine Fotos machen. Die obige flickr-Diashow stammt von: ©Bernd Sauer-Diete/bsd-photo-archiv.de

Die arabische Revolte weitet sich aus



Nach dem Sturz des ägyptischen Diktators Mubarak haben sich Proteste für Freiheit und bessere Lebensbedingungen in andere arabische Länder ausgeweitet. Pickelhering hat eine Übersicht zusammengestellt (mit Videos)
Hartnäckig hält sich in den Medien das Vorurteil, dass der Westen Diktatoren als Bollwerk gegen Islamisten stützt. So schreibt Spiegel Online heute:
"Der Westen dagegen fürchtete über Jahre nichts mehr als ein Erstarken der Islamisten - und stützte nicht zuletzt deshalb die autoritäre Herrschaft Mubaraks." (Quelle...)
Es stimmt, dass der Westen kein Problem mit Diktaturen hat. Doch darunter sind auch muslimisch-fundamentalistische wie z.B. Saudi-Arabien. Auch hat der Westen kein Problem damit, islamistische Bewegungen zu fördern, wenn dieses in seinem Interesse liegt - z.B. vor 1989 im Einflussbereich der UdSSR, um diese zu destabilisieren. Aus einer solchen Bewegung sind die Taliban entstanden.  "It's not radical Islam that worries the US – it's independence", schreibt Noam Chomsky treffend in einer Kolumne für die britische Zeitung Guardian.


Viele Demonstranten, die das Mubarak-Regime stürzen wollen, haben die Intervention des Militärs als vermeintlicher Vermittler begrüßt. Doch die Armeeführung vertritt keineswegs die Interessen der Demokratie und soziale Gerechtigkeit einfordernden Ägypter.
"Lieber ein kooperativer Despot, als ein eigenwilliger Demokrat": Auf den Punkt bringt der Kabarettist Volker Pispers, warum den westlichen Regierungen ein ihnen verbundener Diktator Mubarak lieber ist als eine demokratische Regierung, die gegen die (Öl-)Interessen des Westens verstoßen könnte. Denn das Spice muss fließen.



Im Internet:

Fox News: Äh, wo liegt Ägypten?

"Welches Land haben wir 2003 in Schutt und Asche gelegt?", "Und wo findet gerade diese gottverdammte Revolution statt?" - an der Beantwortung dieser in ihrem Schwierigkeitsgrad an die Quantenphysik heranreichenden Fragen musste der erzkonservative US-Nachrichtensender "Fox News" einfach scheitern. Kann ja nicht jeder einen Doktorgrad in Geografie haben:


(Bild gefunden bei Brent Martin)

Treffender Kommentar des Schriftstellers Ilija Trojanow über die postkoloniale Hochnäsigkeit des Westens angesichts der tunesischen Revolution.  Das sollte sich die hiesige Journaille und der politische Mainstream ins Taschentuch sticken, in den Türbalken ritzen oder irgendwohin tätowieren lassen:
"(...) Und so ist es nicht überraschend, dass unsere Medien keineswegs hymnisch auf die Ereignisse in Tunesien reagieren, sondern - wie manch ein Leitartikel belegt - mit postkolonialer Hochnäsigkeit abwägen, ob denn nicht die wirtschaftliche Entwicklung wichtiger sei als die freiheitliche Verfasstheit des Landes und ob nicht vox populi schnell in vox Dei umschlagen könne, damit wir ja nicht vergessen, dass das Menetekel des Islamismus überall lauert. Dabei bestätigen säkulare Araber wiederholt, dass gerade die fortdauernde Unterdrückung des Volkes den Islamismus wachsen lassen wird. Es ist, als ob der Westen immer wieder dem Vorbild Frankensteins nacheifert." (Quelle: taz.de vom 25.01.2001 / Kommentar lesen...)

AMOK laufen für den Frieden

Die Aktion hat noch gar nicht stattgefunden, aber Pickelhering liegt bereits ein Bekennerschreiben der Berliner Friedensbewegung vor: Das Anti-Militaristische-Oberjubel-K.O.M.I.T.E.E (AMOK) veranstaltet heute eine Parade gegen den Krieg in Afghanistan. Anlass ist die am Freitag stattfindende Bundestagsabstimmung über die Verlängerung des Einsatzmandates der Bundeswehr.
Codewort: Roter Mohn

Satirisch zieht die Friedensbewegung gegen den Krieg

Am 27. Januar um 17 Uhr vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor

Die AMOK Parade ist ein Teil der verschiedenen Aktivitäten, die die Friedensbewegung anlässlich der diesjährigen Abstimmung im Bundestag über die Mandatsverlängerung für den Bundeswehreinsatz in Afghanistan organisiert. AMOK ist eine Satire-Demonstration. Aussagen und Handlungen der Politiker und Politikerinnen werden überspitzt bis zu absurden Gruppenbildern und Einzeldarstellungen. Überzeichnung und Ironie verdeutlicht die Verlogenheit und den Wahnsinn der Kriegspolitik.

Entsprechend der Abstimmung im Parlament zur Verlängerung des Afghanistan- Einsatzes, lautet das Code-Wort der diesjährigen AMOK-Parade am Abend davor "Roter Mohn".

In Anwesenheit des Kriegsministers von und zu Guttenberg und seiner Frau Gemahlin, die der Bevölkerung das Kriegshandwerk als krisensicheren Job näher bringen möchten, zieht eine Jubelparade vom Alexanderplatz, über die Linden zum Brandenburger Tor. Im Zuge laufen Rekrutierungstrupps, Jugendoffiziere, Opfer des Krieges, stolze Witwen mit. Seine Exzellenz der Verteidigungsminister erklärt dem Volk den Afghanistan-Krieg und verleiht Orden an Lebende und Tote. Johannes B. Kerner begleitet ihn auch hier und wird während der Parade Interviews führen: mit einem Soldaten, einer Mutter, einem Jugendoffizier und natürlich auch mit einem Schaf.

Das Anti-Militaristische-Oberjubel-K.O.M.I.T.E.E

Twittern gegen Afghanistankrieg

Pickelhering findet, das ist eine gute Idee:
"Am Donnerstag um 23.15 Uhr läuft Kerners Propagandashow aus Afghanistan mit Guttenberg im Fernsehen. Bis dahin wollen wir versuchen, #rausausafghanistan auf www.twitter.com in die Trending Topics zu bringen. Postet so viele Gründe gegen den Einsatz der Bundeswehr wie möglich und hängt immer den Hashtag #rausausafghanistan an." (Quelle: marx21.de auf Facebook)
Der Anlass der Aktion:
"Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) war am Montag wieder zur Truppenshow in Afghanistan. Mit dabei beim »Blitzbesuch« in der Vorweihnachtszeit: seine Ehefrau Stephanie. Die beiden priesen den Kriegseinsatz und sich am Hindukusch. Auch TV-Moderator Johannes B. Kerner gehörte zur offiziellen Delegation. Sein Sender Sat.1 ließ mit viel Aufwand eigens ein Studio ins Krisengebiet fliegen, um eine Sendung mit dem Minister vor Soldatenkulisse aufzuzeichnen. Die Kriegs- und Guttenberg-PR wird am Donnerstag abend ausgestrahlt, wenige Stunden, nachdem die Regierung im Bundestag ihren »Fortschrittsbericht Afghanistan« vorgestellt und für die Fortführung des Militäreinsatzes geworben haben wird." (Quelle: jungewelt.de vom 14.12.2010)

The Rage of the People

Wenn die Zanni gegen die Vecchi revoltieren, braucht das auch einen Soundtrack. Den liefert die französische Rapperin Keny Arkana. Und was für einen!

Out-of-Area-Einsätze von Sonnenschirmen in der Kritik



Angesichts der Klimaerwärmung und des Ozonlochs wird der Einsatz von Sonnenschirmen außerhalb von Balkonien (out-of area), zum Beispiel in den touristischen Kriegsgebieten der Strände, von den Fremdenverkehrsämtern immer noch als humanitärer verharmlost (Pickelhering warnt: Dieser Artikel kann Spuren von Satire enthalten).

Gedenken an die Opfer von Kundus

Die Gruppen der Berliner Friedenskoordination rufen für den 4. September zu einer Anti-Kriegs-Aktion gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan auf. Anlass ist der Jahrestag der Bombardierung in Kundus. Pickelhering dokumentiert den Aufruf:
Pickelhering dokumentiert einen Protestaufruf der BDS-Gruppe Berlin (mehr zur internationalen BDS-Kampagne):

Der neueste „Hit“ in der Kriegsführung in Afghanistan und anderswo sind unbemannte Flugzeuge - Drohnen genannt. Das israelische Rüstungsunter-nehmen Israel Aerospace Industries (IAI) ist ein führender Spezialist auf diesem Gebiet. Der Rheinmetall-Konzern hat in Zusammenarbeit mit IAI dessen Drohne „Heron 1“ an die Bedürfnisse der Bundeswehr in Afghanistan „angepasst“. Deutsche Soldaten werden in Israel für ihren Afghanistan-Einsatz in die Bedienung von Drohnen eingewiesen. Wir protestieren gegen diese kriegerische Zusammenarbeit!

Freitag, 9. Juli 2010 um 14 Uhr vor der Berliner Niederlassung der Rheinmetall AG , Voßstrasse 22, 10117 Berlin (in der Nähe des Potsdamer Platzes)

Aktionstag gegen die Gaza-Blockade



Am Samstag sind Hundertausende weltweit am Aktionstag gegen die Blockade von Gaza auf die Straße gegangen - und aus Solidarität mit den AktivistInnen der Gaza-Flotille. Pickelhering berichtet aus Berlin (mit Fotos).
Von einigen MitstreiterInnen und GenossInnen, die auf den Gaza-Hilfsschiffen waren, weiß ich, dass sie gesund zuhause angekommen sind. Beruhigend ist auch, dass Israel auf internationalen Druck hin angekündigt hat, alle Inhaftierten in ihre Heimatländer zu schicken.

Allerdings ist mir der Zustand der verletzten AktivistInnen noch unbekannt. Angesichts dieser Lage ist mir der Humor abhanden gekommen. Pickelhering hat die Narrenkappe derzeit beiseite gelegt.

Auf zwei Dinge möchte ich hinweisen: Mein marx21-Redaktionskollege Yaak hat einige aktuelle Protestermine in Deutschland zusammengestellt (am Ende des verlinkten Artikels).

Außerdem hat die Redaktion ein marx21-Flugblatt zu den Hintergründen des Angriffes auf die Gaza-Hilfsflotte herausgegeben (PDF, 191 KB).
 
Mehr im Internet:

Israels Angriff auf Gaza-Hilfsflotte

Bisher hat Pickelhering noch keine Nachricht, welche der Menschenrechtsaktivisten auf dem von israelischen Soldaten beschossenem Hilfsschiff getötet worden sind. MitstreiterInnen und GenossInnen sind auf den Schiffen. Ich fürchte um sie. Bisher hat Israel keine Namen mitgeteilt.

Eine Liste mit aktualisierten Protest-Terminen in Deutschland gegen den Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte gibt es auf der Startseite von freegaza.de

Afghanistan: Fäuste statt Herzen

Ein Paradebeispiel für so genannten humanitären Interventionismus gedenkt Afghanistans ISAF-Kommandeur General Stanley A. McChrystal in der Stadt Kandahar vorzuführen. Dort will er die Taliban vertreiben. Pech für den General ist, dass die dortige Bevölkerung unangenehme Erfahrungen mit Militäroperationen der westlichen Truppen gemacht hat - und von der geplanten Offensive rein gar nichts hält (siehe das in diesem Beitrag verlinkte Video). McChrystal will die Herzen der Afghanen erobern? Die zeigen ihm aber Fäuste.
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